Was muss ich beachten, wenn ich mein Manuskript einem Verlag anbieten möchte?

Haben Sie sich einige Verlage herausgesucht, denen Sie Ihr Manuskript anbieten möchten, empfiehlt sich als nächstes ein Blick auf deren Internetseiten. Viele Verlage bieten dort auch Informationen für Autoren, manchmal allerdings etwas versteckt. Wer diese beachtet, zeigt immerhin schon einmal, dass er sein Manuskript nicht wahllos verschickt hat, sondern sich vorher einen Eindruck vom Verlag zu machen versuchte.

Im Regelfall setzen sie Manuskripteinsendungen aus drei Teilen zusammensetzen: einem Anschreiben, einem Exposé und einer Leseprobe.

Dass sowohl das Anschreiben als auch das Exposé und die Leseprobe fehlerfrei sein sollten, versteht sich von selbst. Wichtiger als die Frage alte oder neue Rechtschreibung ist, sich für ein Regelwerk zu entscheiden und dann auch konsequent einzuhalten.

Fast immer wird übrigens die Zusendung in Papierform gewünscht.

Das Anschreiben.

In den Briefkopf des Anschreibens gehören außer dem Namen und der Anschrift auch eine Telefonnummer und Emailadresse. Sind Sie unter der Telefonnummer nur schwer zu erreichen, geben Sie ein Zeitfenster an.

Besser als an die „sehr geehrten Damen und Herren“ des Lektorats zu schreiben, ist immer eine persönliche Adressierung. Der oder die Namen lassen sich meistens durch einen Anruf in Erfahrung bringen.

Nach der sollte es sofort zum Thema gehen: Ihrem Manuskript. Sie bieten dem Verlag einen Roman, ein Fachbuch, Kurzgeschichten oder auch Gedichte zur Veröffentlichung unter dem Arbeitstitel „Mein Buchmanuskript“ an. Auch wenn Sie selbst von ihrem Titel begeistert sind, weder hier noch an anderer Stelle Ihrer Einsendung sollte der Begriff Titel vorkommen. Viele Verlage reagieren an diesem Punkt allergisch. Dieser Vorstellung folgen ein oder zwei Sätze zum Thema. Hier kann auch ein kurzer sogenannte Klappentext folgen, der den Lektor oder die Lektorin zum Weiterlesen reizen soll.

Ebenfalls im Anschreiben können bereits kurz Zielgruppe und Genre angesprochen werden. Wichtiger ist jedoch an dieser Stelle eine kurze Begründung, warum Sie gerade diesen Verlag für Ihr Manuskript geeignet halten.

Abgeschlossen werden sollte das Anschreiben mit einer kurzen Biographie, in der Sie gegebenenfalls auch auf bisherige Veröffentlichungen hinweisen können. Bei Fachbüchern sollte begründet werden, warum gerade Sie dafür prädestiniert sind, dieses Buch zu schreiben. Kurzgeschichten und Lyrik haben im übrigen nahezu keine Chance, wenn Sie nicht bereits Veröffentlichungen in Zeitschriften oder Anthologien vorweisen können.

Insgesamt darf das Anschreiben nicht länger als eine Seite sein.

Das Exposé.

Auch wenn meistens vom Exposé gesprochen wird, gemeint ist in der Regel eher eine Inhaltsangabe.

Im Exposé (oder in der Inhaltsangabe) geben Sie den Inhalt des gesamten Manuskriptes, allerdings reduziert auf den Hauptstrang, wieder. Bei Romanen ist es dabei besonders wichtig, die Wendepunkte herauszuarbeiten. Nicht vergessen werden darf der Schluss, die „Auflösung“.

Haben Sie die Zielgruppe nicht bereits im Anschreiben genannt, erfolgt dies im Exposé. Die Zielgruppen „alle“ oder „jeder“ existieren übrigens nicht, auch wenn das vermutlich der Wunsch vieler Autoren und Verlage ist. Aus dieser Bestimmung können Sie auch entnehmen, ob ihr Manuskript tatsächlich in das Verlagsprogramm passt.

Die Länge sollte zwischen einer und vier Seiten liegen. Geschrieben werden Exposés grundsätzlich im Präsenz. Während Exposés für Sachbücher eher sachlich ausfallen sollten, wird von Roman-Exposés nicht zuletzt Spannung erwartet.

Die Leseprobe.

Die meisten Verlage erwarten nicht das komplette Manuskript, sondern eine Leseprobe. Finden sich auf der Verlags-Website keine Informationen, empfiehlt sich eine telefonische Nachfrage.

Üblich sind Leseproben, d.h. die ersten 30 bis 50 Seiten. Wichtig ist, dass es sich wirklich um den Anfang des Manuskripts handelt, denn die ersten Seiten eines Buches entscheiden, ob ein potentieller Kunde es kauft oder zurücklegt. Wird er vom Anfang nicht in den Bann gezogen, liest er das Buch nicht und erfährt niemals, dass Sie erst im dritten Kapitel zur Höchstform auflaufen. Dem US-amerikanischen Krimi-Autor Mickey Spillane wird der Ausspruch zugeschrieben: „Das erste Kapitel verkauft das Buch, und das letzte Kapitel verkauft das nächste Buch.“

Immer gut ist es, wenn eine Leseprobe genau dort endet, wo der Leser – in diesem Fall der Lektor – unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

Vorangestellt wird der Leseprobe eine Titelseite mit dem Arbeitstitel, dem Autorennamen einschließlich Anschrift, Telefonnummer und Email-Adresse.

Während Sie für das Anschreiben und das Exposé eine gefällige Gestaltung wählen sollten, werden Leseproben und Manuskripte fast immer als Normseite formatiert erwartet, d.h. mit 30 Zeilen pro Seite und 60 Anschlägen pro Zeile. Weiteres zu diesem Thema finden Sie in dieser FAQ unter Was meinen die Verlage, wenn sie von Normseiten sprechen?

Jede Seite sollte mit einer Kopfzeile mit dem Autorenname, der Anschrift und dem Arbeitstitel versehen werden. Nicht vergessen werden dürfen die Seitenzahlen, die aus Platzgründen meistens besser in der Fußzeile aufgehoben sind.

Auf keinen Fall sollte das Manuskript gebunden werden. Auch Schnellhefter mögen nicht alle Verlage. Meistens genügen Büroklammern oder Gummiringe, um die Seiten beieinander zu halten. Unerwünscht sind in den Verlagen im übrigen Manuskriptseiten, die in Prospekthüllen stecken, weil sich auf den Hüllen nicht schreiben lässt.

Nie verkehrt ist es, sich auf den Websites der Verlage zu informieren, welche Wünsche sie an Autoren haben. Werden Sie nicht fündig, bleibt immer noch das Telefon.