Ist ein Blog wirklich sinnvoller als eine Homepage?

Homepages seien „out“, Blogs dagegen „in“. So versuchen es jedenfalls manche selbsternannten Fachleute den Unkundigen einzureden. Tatsächlich allerdings handelt es sich bei einem Blog – manchmal auch Weblog genannt – um ein auf einer Website geführtes, öffentlich einsehbares Tagebuch.

Theoretisch könnte also jeder, der eine eigene Homepage besitzt, dort ganz formlos ein Tagebuch führen. Durchgesetzt hat sich allerdings die Verwendung sogenannter Weblog-Publishing-Systeme, die das Bloggen auch ohne größere technische und HTML-Kenntnisse ermöglichen.

Allerdings müssen diese Systeme erst einmal installiert werden, wenn man den Blog auf der eigenen Homepage betreiben möchte. Noch sind sie erst auf wenigen Webservern vorinstalliert. Viele Blogger greifen deshalb auf die Dienstleistungen verschiedener Anbieter zurück, bei denen man auch ohne eigene Homepage bloggen kann.

Zu ihnen gehören unter anderem:

Speziell an Autoren wendet sich:

Der große Nachteil dieser Blogs ist, dass sie unter dem Namen des jeweiligen Anbieters laufen. Der Vorteil wiederum ist, dass man sich nicht mit der Installation und Konfiguration einer Blog-Software herumschlagen muss. Längerfristig sollte aber der Umzug auf eine eigene Website erwogen werden.

Für den Anfang reichen diese Angebote vollkommen aus, zumal Google Blogs trotzdem sehr hoch bewertet. Unterschieden werden die auf diesen Plattformen beheimateten Blogs über sogenannte Subdomains, also einem Zusatz vor dem Domainname. Dieser Zusatz kann weitgehend frei gewählt werden.

Viele Blogger verstehen ihren Blog tatsächlich als virtuelles Tagebuch. Die Einträge sind meistens sehr persönlich und zwischen den einzelnen Einträgen liegen üblicherweise nur wenige Tage. Genau diese Regelmäßigkeit stellt jedoch häufig ein Problem dar. Während die ersten Einträge meistens noch locker von der Hand gehen, droht mit zunehmender Dauer häufig eine Verflachung und Austrocknung.

Blogs erfordern viel Zeit und Durchhaltevermögen.

Auf gut Deutsch: Ein Blog macht gewaltig viel Arbeit und verlangt großes Durchhaltevermögen.

Wenn sich auf einer traditionellen Homepage mal einige Monate wenig tut, ist das meistens nicht weiter tragisch. Ein Blog, dessen letzter Eintrag drei Monate alt ist, vertreibt die Besucher dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit.

Wichtig ist deshalb, sich vorher ein genaues Konzept zu überlegen. Welche Themengebiete möchten Sie aufgreifen, welche stilistischen Mittel sollen vorherrschen, wieviel Zeit wollen und können Sie in Ihren Blog investieren.

Ein Tagebuch verträgt nahezu jedes Thema, aber es muss regelmäßig geführt werden. Hintergrundberichte oder Essays wird dagegen kaum jemand im gleichen kurzen Rhythmus erwarten. Hintergrundberichte und Essays zu wechseldnen, sehr unterschiedlichen Themengebieten können dagegen den Eindruck eines Gemischtwarenladens entstehen lassen. Gegebenenfalls legen Sie besser noch einen zweiten Blog an. So lassen sich beide Blogs auch viel zielgerichteter „vermarkten“.

Ob ein Blog wirklich den Buchverkauf beflügelt, lässt sich nicht voraussagen. Unstrittig tragen gute Blogs aber zur Selbstvermarktung bei. Den meisten Nutzen haben sie, wenn sie in eine umfassende Vermarktungsstrategie eingebettet werden.

Ein Blog macht eine eigene Homepage deshalb nicht überflüssig. Beide haben eine unterschiedliche Funktion und sprechen häufig unterschiedliche Nutzergruppen an.

Brauche ich also wirklich einen eigenen Blog?

Sie sehen, ein eigener Blog ist wirklich sehr zu empfehlen. Trotzdem rate ich eher zur Zurückhaltung. Schauen Sie sich auf Autorenblogs um und überlegen Sie sich, ob Sie häufiger auf sie zurückkehren werden. Meine Erfahrung sagt: Nein.

Die ersten Wochen und eventuell ersten Monate bloggen die meisten Autoren noch halbwegs regelmäßig. Doch dann ist meistens die Luft raus. Schade um die vertane Zeit. Und dem eigenen Image ist ein nicht mehr gepflegter Blog auch nicht förderlich.