Welche Schriften sind besonders zu empfehlen?

Viele book on demand veröffentlichte Bücher sind bereits an der verwendeten Schrift zu erkennen. Während kaum ein klassischer Verlag seine Bücher in der Times New Roman druckt, ist diese bei Book-on-Demand-Bücher die unangefochtene Nummer eins. Dabei gibt es zahlreiche andere, sehr viel besser geeignete Schriften.

Zu den besonders empfehlenswerten Schriften gehört die Garamond. Mit ihr kann man nicht viel falsch machen – außer die falsche Garamond zu benutzen, denn die Garamond gibt es nicht.

Tatsächlich existieren zahlreiche verschiedene Interpretionen der historischen Garamond. Eine sehr harmonische, elegante Interpretation stellt die URW Garamond Nr. 8 dar, die kostenlos von www.artifex.com heruntergeladen werden kann. Gewählt werden kann zwischen dem Truetype-Format (urwfonts-1.41.tar.bz2) und dem Type-1-Format (urwfonts_t1-1.40.tar.bz2).

Sehr zart und elegant kommt die Stempel Garamond daher, die vielen Corel-Draw-Versionen als Original Garamond by BT beiliegt. Nicht Eleganz, sondern Robustheit zeichnet die ITC Garamond aus, die unter diesem Namen ebenfalls vielen Corel-Draw-Versionen beiliegt.

Die von Microsoft mitgelieferte Garamond krank wiederum an einer viel zu schrägen Kursiven.

Von der Garamond inspiriert wurde die Sabon, die als Bitstream Classical Garamond gleichfalls mit vielen Corel-Draw-Versionen ausgeliefert wird. Innerhalb nur weniger Jahre hat sie sich zu einer der großen klassischen Schriften entwickelt.

Durch ihre große Lesefreundlichkeit zeichnet sich ebenfalls die Palatino aus, die auf vielen Windows-Computern bereits standardmäßig installiert ist. Eine um zahlreiche weitere Zeichen erweiterte Variante kann unter dem Namen TeX Gyre Pagella kostenlos von tug.ctan.org heruntergeladen werden.

Die Namen der vorgestellten Schriften in der jeweiligen Schrift gesetzt

Um eine wirklich hervorragende Schrift handelt es sich bei der Minion. Die wichtigsten Schnitte liegen den aktuellen Versionen des Adobe Readers (Acrobat Reader) bei.

Durch ihre Leichtigkeit fällt die Bembo auf, die sich als Aldine 401 BT auf vielen Corel-Draw-CD findet. Wenig verkehrt machen lässt sich mit der Trump-Mediäval, die vielen Corel-Draw-Versionen als Bitstream Künstler 480 beiliegt. Ein nahezu adliges Erscheinungsbild zeigt die Stempel-Schneidler, die bei Corel Draw nur kurz Schneidler heißt. Obwohl ursprünglich für den Zeitungsdruck geschaffen, läuft die Excelsior erstaunlich weit. Bei Corel Draw findet sie sich unter dem Namen Bitstream News 702.

Eine sehr lesefreundliche, aber etwas biedere Schrift stellt die Charter dar, die kostenlos von tug.ctan.org heruntergeladen werden kann. Ihr sehr ähnlich, aber etwas kräftiger ist die Charis, die ebenfalls kostenlos von www.sil.org heruntergeladen werden kann.

Vor allem für Kinderbücher war lange Zeit die Bookman Old Style sehr beliebt, obwohl sie sehr schwer und dunkel wirkt. Auf vielen Windows-Computern ist sie standardmäßig bereits installiert. Eine bessere Alternative stellen die auf vielen Windows-Computern ebenfalls standardmäßig bereits installierte New Century Schoolbook sowie die schon genannte Palatino dar. Eine um zahlreiche Zeichen erweiterte New Century Schoolbook findet sich übrigens als TeX Gyre Schola auf tug.ctan.org.

Die unter book on demand veröffentlichenden Autoren sehr beliebte Times New Roman gehört dagegen zu den weniger geeigneten Schriften. Für den Zeitungssatz mit seinen schmalen Spalten geschaffen, führt sie in Büchern meistens zu überlangen Zeilen. Soll es doch eine Times sein, empfehlen sich als Alternativen die Times Ten und die Linux Libertine. Die Times Ten liegt verschiedenen Corel-Draw-Versionen als Bitstream Dutch 801 bei. Die Libertine kann kostenlos von tug.ctan.org heruntergeladen werden.

Zahlreiche weitere Schriften und ausführlichere Beschreibungen sowie Angaben zum Einsatz der verschiedenen Schriften finden Sie im Buchsatz für Autoren. Vom Manuskript zum Buch mit Publishing on Demand.

Eine zuverlässige Übersicht, welche Versionen von Corel Draw welche Schriften mitbringen, existiert nicht. Die geringste Auswahl bieten naturgemäß die nur aus einer CD bestehenden OEM-Versionen. Völlig ausreichend sind dagegen ältere Versionen, die sich häufig bereits für einen niedrigen zweistelligen Betrag erwerben lassen.

Maßgeblich sind immer die Lizenzbestimmungen

Sehr vorsichtig sein sollte man bei der Verwendung von Schriften, die auf zahlreichen Internetseiten oder auf Billig-CD mit Hunderten oder gar Tausenden Schriften angeboten werden. Häufig dürfen die Schriften nur zu privaten Zwecken verwendet werden. Maßgeblich ist nicht, was Webseiten-Betreiber oder CD-Verleger schreiben, sondern was in den Lizenzbestimmungen zu den einzelnen Schriften steht.